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Categoria: Energy Transition2 Min. Lesezeit

NEOM grünes Wasserstoff-Grossprojekt erreicht kommerzielle Produktionsphase in Saudi-Arabien

Por Equipe Oilxa ·

Das NEOM-Wasserstoff-Grossprojekt mit 4 GW Elektrolysekapazität startet die kommerzielle Produktion. Schweizer Industrie und ETH-Forschung beobachten die globalen Lieferketten genau.

Das saudi-arabische Mega-Projekt NEOM Green Hydrogen, ein Joint Venture von ACWA Power, Air Products und NEOM, hat die kommerzielle Produktionsphase erreicht. Mit 4 Gigawatt Elektrolysekapazität, gespeist aus 4 GW Solar- und Windenergie, ist es die weltweit grösste integrierte Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak. Die Anlage in Oxagon soll täglich rund 600 Tonnen Wasserstoff produzieren, der über Ammoniak-Tanker in alle Welt verschifft wird.

Air Products hat den gesamten Abnahmevertrag über 30 Jahre gesichert und plant, das Ammoniak vor allem nach Europa, Japan und Südkorea zu exportieren. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 8,4 Milliarden US-Dollar. Für die EU ist NEOM ein zentraler Baustein der REPowerEU-Strategie, die bis 2030 jährlich 10 Millionen Tonnen importierten grünen Wasserstoff vorsieht.

Für die Schweiz hat das Projekt mehrere Anknüpfungspunkte. Schweizer Ingenieurunternehmen wie ABB, Bühler und Sulzer sind in Komponenten für Elektrolyseure, Pumpen und Verfahrenstechnik aktiv. Die ETH Zürich und die EPFL gehören weltweit zu den führenden Forschungszentren für Elektrokatalyse und Wasserstoffspeicherung. Schweizer Cleantech-Unternehmen wie H2 Energy in Brugg oder Hydrospider sehen NEOM als Massstab für eigene Skalierungsstrategien.

Die Wirtschaftlichkeit von grünem Wasserstoff bleibt jedoch eine Herausforderung. Aktuelle Gestehungskosten liegen zwischen 4 und 6 US-Dollar pro Kilogramm, während grauer Wasserstoff aus Erdgas oft unter 2 US-Dollar liegt. Saudi-Arabien argumentiert, dass die niedrigen Stromgestehungskosten in der Wüste – teilweise unter 15 US-Dollar pro Megawattstunde – den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten. Der US Inflation Reduction Act mit Steuergutschriften von bis zu 3 US-Dollar pro Kilogramm setzt jedoch globale Massstäbe, an denen sich NEOM messen lassen muss.

Für Rohstoffhändler in Genf und Zug entsteht ein neues Marktsegment. Trafigura und Vitol bauen Wasserstoff- und Ammoniak-Handelsdesks auf. Die Zertifizierung über Herkunftsnachweise nach EU-Methodik wird zum entscheidenden Faktor, ob das saudische Produkt als wirklich grün eingestuft werden kann. Die EU hat dazu in den Delegierten Rechtsakten zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie strenge Kriterien festgelegt.

Die Schweiz selbst importiert bisher praktisch keinen Wasserstoff, doch der Bundesrat hat in der Wasserstoffstrategie 2024 die Bedeutung internationaler Lieferketten anerkannt. Industriebetriebe in der Nordwestschweiz, etwa in der Chemiebranche um Basel, könnten künftig auf grünes Ammoniak aus NEOM zurückgreifen. Auch der Schwerverkehr über die Alpentransversalen ist ein potenzieller Anwendungsfall. Mit der kommerziellen Inbetriebnahme von NEOM rückt die Vision einer globalen Wasserstoffwirtschaft in greifbare Nähe.

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