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Brasiliens Präsalz-Meilenstein: Petrobras überschreitet 2,5 Mio. Fass pro Tag aus Tiefseefeldern

Por Equipe Oilxa ·

Petrobras meldet 2,5 Mio. Fass pro Tag aus den Präsalz-Feldern vor Brasiliens Küste. Die Süssrohöle gewinnen für Schweizer Händler und europäische Raffinerien an Bedeutung.

Der brasilianische Energiekonzern Petrobras hat einen historischen Meilenstein erreicht: Die Förderung aus den Präsalz-Feldern vor der Küste von Rio de Janeiro und São Paulo überschreitet erstmals 2,5 Millionen Fass pro Tag. Damit liefern die Tiefseefelder rund drei Viertel der gesamten brasilianischen Rohölproduktion und festigen Brasiliens Position als viertgrösster Nicht-OPEC-Produzent der Welt.

Felder wie Búzios, Tupi (Lula), Sépia, Mero und Itapu prägen die Förderkurve. Allein Búzios, das laut Petrobras bis zu 12 Milliarden Fass förderbare Reserven enthält, soll bis 2026 über 2 Millionen Fass pro Tag liefern. Die Förderung erfolgt über schwimmende Produktions- und Verladeschiffe (FPSOs) in Wassertiefen von mehr als 2'000 Metern, ein technologisches Aushängeschild der brasilianischen Offshore-Industrie.

Internationale Partner wie Shell, TotalEnergies, Equinor, CNOOC und CNPC sind an den Konsortien beteiligt. Galp aus Portugal hat zudem mit dem Mopane-Fund vor Namibia gezeigt, dass die Atlantikküste Südamerikas und Westafrikas zu einer der dynamischsten Explorationsregionen weltweit wird. Brasilien plant für die nächsten Jahre 25 neue FPSOs, was den Wachstumspfad untermauert.

Für Schweizer Rohstoffhändler ist das brasilianische Süssrohöl von strategischer Bedeutung. Trafigura, Vitol und Glencore zählen zu den aktivsten Käufern. Die niedrige Schwefelqualität der Präsalz-Sorten passt ideal zu den IMO-2020-Anforderungen für Schiffstreibstoff und zu europäischen Raffinerien, die zunehmend leichte Süssrohöle bevorzugen. Die Raffinerie Cressier von Varo Energy verarbeitet überwiegend nordafrikanische und nordseeische Sorten, doch brasilianische Beimischungen werden auf dem ARA-Markt häufiger.

Geopolitisch positioniert sich Brasilien geschickt. Das Land ist 2025 als Beobachter zur OPEC+ beigetreten, ohne Förderquoten zu akzeptieren. Präsident Lula da Silva betont gleichzeitig die Rolle Brasiliens bei der Energiewende und kündigte massive Investitionen in Biokraftstoffe, Offshore-Windenergie und grünen Wasserstoff an. Petrobras plant Kapitalausgaben von rund 102 Milliarden US-Dollar bis 2029, davon ein wachsender Anteil für CO2-Reduktion und Carbon Capture.

Für die Schweiz, deren Handelsplätze die Vermarktung brasilianischer Sorten weltweit massgeblich abwickeln, eröffnet die Präsalz-Expansion neue Geschäftsfelder. Auch im Bereich Verschiffung gewinnen Reedereien mit Schweizer Bezug, darunter MSC in Genf, an Relevanz. Die Atlantikrouten zwischen Santos, Rotterdam und Singapur prägen den globalen Tankermarkt zunehmend. Brasilien wird damit nicht nur zum Lieferanten, sondern zum Stabilisator eines neu austarierten Welt-Erdölmarktes.

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